ABA- basierende Interventionen für Personen mit Down-Syndrom

Katerina Dounavi
Klinische Direktorin von Melody Learning Center Dozentin an School of Education, Queen s University Belfast.


Mehr als vierzig Jahre Forschungsarbeit haben reichlich belegt, dass auf der Wissenschaft der Angewandten Verhaltensanalyse (ABA) basierende Interventionen, die beste zur Verfügung stehende Option für Kinder mit tiefgreifenden Entwicklungsstörungen bieten. Diese Behauptung wird dadurch gestützt, dass auf ABA- basierende Interventionen bewiesen haben soziale und kommunikative Fähigkeiten effektiv zu entfalten, unangemessenes Verhalten (z.B. aggressives Verhalten, stereotypes Verhalten) zu reduzieren und bedeutsame Inklusion zu ermöglichen. (z.B.: New Zealand Guidelines Group, 2008; Surgeon General, 1999).

Der Umstand, dass auf ABA gestützte, evidenzbasierte Interventionen sich im Umgang mit Kindern mit Autismus- Spektrum- Störung (ASS) als wirksam erwiesen haben führte oft zur Fehlannahme, dass ABA mit einer Autismustherapie gleichgesetzt werden könnte oder, dass es nur zur Entwicklung von Interventionen für Kinder mit ASS anzuwenden sei. Wie mehrere Autoren (z.B.: Dillenburger & Keenan, 2009) bereits hervorgehoben haben, ist dies ein Mythos. ABA ist die Wissenschaft welche menschliches Verhalten zum Forschungsschwerpunkt hat (Cooper, Heron, & Heward, 2007), demnach kann und sollte es als Basis für die Entwicklung einer effektiven Intervention gesehen werden, um zur Besserung jeglicher Aspekte menschlichen Verhaltens beizutragen (z.B.: Kommunikations-, soziale, und/ oder Lernfähigkeiten zu steigern, und unangemessene Verhaltensweisen wie Aggressionen oder Selbstverletzungen zu senken) und dies bevölkerungsübergreifend (sei es sowohl bei Erwachsenen mit Sprachverlusten, oder beim Erlernen einer Zweitsprache, als auch bei Kindern mit ASS, oder mit Down-Syndrom, usw.). Parallel zur drastischen Zunahme an Forschungsnachweisen zur Effektivität der auf ABA- basierenden Interventionen bei Einzelpersonen mit ASS, gab es innerhalb der letzten Jahrzehnte eine Zunahme der Forschungsarbeiten zur Effektivität auf ABA- basierenden Interventionen bei anderen Gruppen. Die Untersuchungen berücksichtigten Kinder mit Down-Syndrom, Lernschwächen, Essstörungen, Anzeichen von Spielsuchtverhalten, Erwachsene mit Depressionen, Schlaganfallpatienten mit Aphasiefolgen, und viele andere (z.B.: Athens, Vollmer, Sloman, & St Peter Pipkin, 2008; Sidman & Kirk, 1974; Seiverling, Williams, Sturmey, & Hart, 2012; Nastally, Dixon, & Jackson, 2010; Kanter, Callaghan, Landes, Busch, & Brown, 2004; Baker, LeBlanc, & Raetz, 2008).

Näher betrachtet haben Forschungen zur Wirksamkeit von bestimmten Vorgehensweisen, abgeleitet aus der Wissenschaft von ABA Kindern mit Down-Syndrom unterschiedliche Fähigkeiten beizubringen, durchweg positive Ergebnisse ausgerufen. Im Jahr 1973 zeigten Dalton, Rubino und Hislop wie die Anwendung eines Punktesystems effektiv Verbesserungen in der Leistung von 13 Kindern mit Down-Syndrom im Alter von 6 bis 14 Jahren bewirken konnte. Im Jahr 1978 stellten Farb und Throne ein Unterrichtsprogramm mit dem Ziel auf, die allgemeine mnemonische Leistung (z.B. Gedächtnis) eines 7 Jahre alten Mädchens mit Down-Syndrom zu verbessern. Im Jahr 1989 verglichen Drash, Raver, Murrin und Tudor drei Vorgehensweisen mit dem Ziel die frühen lautlichen Reaktionen von 25 Kinder mit Down-Syndrom zu steigern und kamen zu dem Schluss, dass Lichtreduzierung / Lichtdämpfung und Abdunkelung verknüpft mit positiver Verstärkung die bedeutendsten Anstiege erzielten. In einer 1993 veröffentlichten Studie (Lalli, Browder, Mace, & Brown) mit einem 10 Jahre alten Jungen mit Down-Syndrom, bestätigten die Autoren die Wirksamkeit einer verhaltensanalytischen Vorgehensweise beim Reduzieren von Problemverhalten bei Schülern mit gleichzeitiger Steigerung ihrer verbalen Fähigkeiten während natürlicher Klassenzimmertätigkeiten an einer öffentlichen Schule. In einer Studie durchgeführt mit fünf Kindern, von denen hatten zwei Jungen Down-Syndrom, zeigten McComas, Thompson und Johnson (2003), wie die Methodik der Funktionalen Analyse, eine der am gründlichsten getesteten Methoden der Verhaltensanalyse, sich bei der Bestimmung von grundlegenden Ursachen des Problemverhaltens effektiv erweisen kann und dadurch die Aufstellung von effektiven Interventionen unterstützt. Für eine ausführliche Untersuchung der Verwendung von Analyse, Beurteilung und Intervention, gewonnen aus ABA, zur Behandlung schwieriger Verhaltensweisen bei Klienten mit Down-Syndrom, wird dem Leser dazu geraten die Studie von Feeley und Jones (2006) aufzusuchen. Schließlich verwiesen einige andere Autoren (Athens, Vollmer, Sloman, & St Peter Pipkin, 2008) darauf, wie man Spracheigentümlichkeiten eines 11-Jahre alten Jungen mit Down-Syndrom und Autismus verringern kann. Die Auflistung der Studien zur Wirksamkeit von verhaltensanalytischen Vorgehensweisen an Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen mit Down-Syndrom ist noch nicht unendlich. Es gibt jedoch bereits feststehende Forschungsergebnisse, die förderliche Auswirkung andeuten, die aus der Verwendung von ABA- basierten Interventionen für diese Gruppe gewonnen werden können. Die oben genannten Studien stellen nur eine kleine Anzahl der gesamt vorhandenen Literatur dar; somit sind Forscher, Fachmänner, Eltern und Politiker dazu ermutigt, nicht nur auf diese Quellen zurückzugreifen. Eine umfangreiche Untersuchung soll durchgeführt werden, um alle bis zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Beweise im Zusammenhang mit der Verwendung von ABA an Personen mit Down-Syndrom zu ermitteln.

References
Athens, E. S., Vollmer, T. R., Sloman, K. N., & ST Peter Pipkin, C. (2008). An analysis of vocal stereotypy and therapist fading. Journal of Applied Behavior Analysis, 41, 291 297.

Baker, J. C., LeBlanc, L. A., & Raetz, P. G. (2008). A behavioral conceptualization of aphasia. The Analysis of Verbal Behavior, 24, 147- 158.

Cooper, J. O., Heron, T. E., & Heward, W. L. (2007). Applied behavior analysis. 2nd edition. Pearson, Merrill: Prentice Hall.

Dalton, A. J., Rubino, K. A., & Hislop, M. W. (1973). Some effects of token rewards on school achievement of children with Down s syndrome. Journal of Applied Behavior Analysis, 6, 251-259.

Drash, P.W., Raver, S.A., Murrin, M.R., & Tudor, R.M. (1989). Three procedures for increasing vocal response to therapist prompt in infants and children with Down syndrome. American Journal on Mental Retardation 94, 64-73.

Dillenburger, K. & Keenan, M. (2009). None of the As in ABA stands for autism: Dispelling the myths. Journal of Intellectual & Developmental Disability. 34, 193-195.

Farb, J. & Throne, J. M. (1978). Improving the generalized mnemonic performance of a Down s syndrome child. Journal of Applied Behavior Analysis, 11, 413-419.

Feeley, K. M. & Jones, E. A. (2006). Addressing challenging behaviour in children with Down syndrome: The use of applied behaviour analysis for assessment and intervention. Down Syndrome Research and Practice 1, 64-77.

Kanter, J. W., Callaghan, G. M., Landes, S. J., Busch, A. M., & Brown, K. R. (2004). Behavior Analytic Conceptualization and Treatment of Depression: Traditional models and recent advances. The Behavior Analyst Today, 5, 255-274.

Lalli, J. S., Browder, D. M., Mace, F. C., & Brown, D. K. (1993). Teacher use of descriptive analysis data to implement interventions to decrease students problem behaviors. Journal of Applied Behavior Analysis, 26, 227-238.

Nastally, B. L., Dixon, M. R., & Jackson, J. W. (2010). Manipulating slot machine preference in problem gamblers through contextual control. Journal of Applied Behavior Analysis, 43, 125-129.

New Zealand Guidelines Group. The effectiveness of applied behaviour analysis interventions for people with autism spectrum disorder. Systematic Review. Wellington; 2008

Sidman, M. & Kirk, B. (1974). Letter Reversals in Naming, Writing, and Matching to Sample. Child Development, 45, 616-625.

Surgeon General. (1999). Mental health: A report of the Surgeon General. U.S. Public Health Service. Retrieved on 21/11/2012 from http://profiles.nlm.nih.gov/ps/retrieve/ResourceMetadata/NNBBJC. Seiverling, L., Williams, K., Sturmey, P. & Hart, S. (2012). Effects of behavioral skills training on parental treatment of children s food selectivity. Journal of Applied Behavior Analysis, 45, 197-203.

Herzlichen Dank an Katerina Dounavi (k.dounavi@qub.ac.uk) für die freundliche Erstellung dieses Berichts und Erlaubnis diesen Bericht zu übersetzen und zu veröffentlichen.

Vielen Dank an Xenia Weinmann für die Übersetzung des Berichts vom Englischen ins Deutsche.

Zum Runterladen der Zusammenfassung als PDF, klicken Sie hier

Vielen Dank für die Erlaubnis diese Studie zusammenzufassen, zu übersetzen und zu veröffentlichen an: Kathy Hill, Business Manager of JABA

Für die Zusammenfassung und die Übersetzung ein herzliches Dankeschön an Anne Burzinski.

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